Lastspitzen im Unternehmen: Warum kurze Leistungsspitzen teuer werden können

Viele Unternehmen achten beim Thema Strom vor allem auf den Verbrauch. Das ist nachvollziehbar, denn jede verbrauchte Kilowattstunde kostet Geld. Was dabei oft unterschätzt wird: Nicht nur der Verbrauch, sondern auch Lastspitzen können die Energiekosten deutlich beeinflussen.

Gerade bei leistungsgemessenen Anschlüssen zählt nicht nur, wie viel Strom insgesamt verbraucht wird, sondern auch, wie viel Leistung in kurzer Zeit gleichzeitig benötigt wird. Grundlage dafür sind viertelstündliche Durchschnittswerte. Bei bestimmten gemessenen Anschlusskonstellationen weist Netz Burgenland dafür aktuell einen Leistungspreis von 100,56 € pro kW und Jahr aus. Gleichzeitig arbeitet die E-Control an einer Neugestaltung der Systemnutzungsentgelte mit geplanter Anwendung ab 1. Jänner 2027. Das Thema gewinnt damit für Unternehmen zusätzlich an Bedeutung.

Was sind Lastspitzen?

Lastspitzen entstehen immer dann, wenn in einem kurzen Zeitraum besonders viele Verbraucher gleichzeitig laufen. Das kann zum Beispiel passieren, wenn morgens mehrere Maschinen gleichzeitig starten, Lüftung und Kühlung anlaufen oder Ladeinfrastruktur genau dann genutzt wird, wenn der Betrieb ohnehin schon in einer hohen Leistungsphase ist.

Für Unternehmen ist das deshalb relevant, weil bei leistungsgemessenen Anschlüssen nicht nur der Stromverbrauch über das Jahr betrachtet wird, sondern auch die gleichzeitig benötigte Leistung. Die SNE-V knüpft dabei an die höchste 15-Minuten-Durchschnittsleistung an.

Warum schon 15 Minuten teuer werden können

Die eigentliche Herausforderung liegt darin, dass bereits kurze Spitzen spürbare Auswirkungen haben können. Es muss also nicht ein ganzer Tag mit hohem Verbrauch sein. Schon ein kurzer Zeitraum, in dem zu viele Verbraucher parallel laufen, kann den relevanten Monatswert nach oben ziehen.

Genau deshalb bleiben Lastspitzen im Alltag oft unbemerkt. Der Betrieb läuft gefühlt normal, die Produktion funktioniert, alles scheint im Rahmen. Erst bei genauerer Analyse wird sichtbar, dass einzelne Spitzenzeiten die Netzkosten unnötig erhöhen.

Das Problem: Viele Unternehmen zahlen mehr als nötig

In der Praxis liegt hier häufig ein großes, ungenutztes Einsparpotenzial. Denn viele Unternehmen haben ihre Lastgänge nie genauer ausgewertet. Häufig fehlen Transparenz, Messdaten oder ein System, das Lastspitzen aktiv erkennt und reduziert.

Das bedeutet:
Nicht selten werden Jahr für Jahr unnötige Mehrkosten bezahlt, obwohl sich diese technisch bereits heute reduzieren ließen.

Die Lösung: PV, Speicher und intelligentes Lastmanagement

Die gute Nachricht ist: Lastspitzen lassen sich gezielt reduzieren.

Mit einer Photovoltaikanlage, einem Energiespeicher und einem intelligenten Energiemanagementsystem können Unternehmen ihre Energieflüsse deutlich besser steuern. Strom aus der PV-Anlage wird direkt genutzt, überschüssige Energie kann gespeichert werden, und Lastspitzen lassen sich gezielt abfedern.

Das bringt mehrere Vorteile gleichzeitig:

  • geringere Netzkosten
  • besserer Eigenverbrauch
  • mehr Kontrolle über den Energieeinsatz
  • höhere Wirtschaftlichkeit im laufenden Betrieb

Gerade die Kombination ist entscheidend. Denn PV allein ist gut. PV mit Speicher und Energiemanagement ist wirtschaftlich deutlich stärker.

Warum das Thema gerade jetzt wichtig ist

Schon heute kann das Lastverhalten die Netzkosten spürbar beeinflussen. Gleichzeitig zeigt die geplante Weiterentwicklung der Systemnutzungsentgelte, dass das Thema Leistung und Netzentgelte in Zukunft noch stärker in den Fokus rückt.

Für Unternehmen bedeutet das: Wer sich jetzt mit Lastspitzen, Speicher und Lastmanagement beschäftigt, verschafft sich nicht nur kurzfristige Kostenvorteile, sondern stellt den eigenen Betrieb auch strategisch besser auf.

Fazit

Viele Unternehmen suchen nach Möglichkeiten, ihre Energiekosten zu senken. Dabei wird häufig zuerst an den Verbrauch gedacht. In vielen Fällen liegt der größere Hebel aber zusätzlich bei den Lastspitzen.

Wer sie erkennt und gezielt reduziert, kann Netzkosten senken und die Wirtschaftlichkeit der eigenen Energieversorgung deutlich verbessern.

Lassen Sie jetzt prüfen, welches Einsparpotenzial in Ihrem Unternehmen steckt.

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